Mehr Klein- und Singlewohnungen für Celle: Die Linke fordert verbindliche Quote

Stephan Ohl

Die Linke im Rat der Stadt Celle hat einen Antrag eingebracht, der den Bau von mehr Klein- und Singlewohnungen verbindlich festschreiben soll. Ziel ist es, den Wohnungsbau künftig stärker an den tatsächlichen Bedarfen der Celler Bevölkerung auszurichten.

Konkret fordern wir, dass bei zukünftigen Wohnungsbauprojekten auf städtischen Flächen sowie bei neuen Bebauungsplänen ein Mindestanteil von 30 Prozent Kleinwohnungen (30–50 m²) und 15 Prozent Singlewohnungen (50–65 m²) festgelegt wird. Die Wohnungen sollen barrierearm oder barrierefrei, energieeffizient, modern, smart-home-fähig und bezahlbar sein.

„Die Zahlen liegen seit Jahren auf dem Tisch: In Celle fehlen kleine, bezahlbare Wohnungen – nicht irgendwann, sondern jetzt“, erklärt Stephan Ohl, Ratsmitglied der Linken. „Singles, ältere Menschen, Auszubildende oder Menschen mit geringem Einkommen finden kaum passenden Wohnraum. Darauf muss die Stadt endlich verbindlich reagieren.“

Grundlage des Antrags ist die Fortschreibung des Wohnraumversorgungskonzepts 2024, die einen deutlichen Bedarf an Wohnungen bis 65 Quadratmeter feststellt. Dennoch entstünden weiterhin vor allem größere und teurere Wohnungen.

„Wenn wir weiter am Bedarf vorbei bauen, verschärfen wir die Wohnungsnot“, so Ohl weiter. „Kleinere Wohnungen entlasten den Mietmarkt insgesamt und ermöglichen Menschen, in ihrer Stadt zu bleiben – statt verdrängt zu werden.“

Die Verwaltung soll zudem gemeinsam mit der stadteigenen allerland und weiteren Akteuren ein Umsetzungskonzept erarbeiten. Dabei sollen Förderprogramme von Bund und Land gezielt genutzt und kommunale Grundstücke einbezogen werden.

„Barrierearme, moderne Wohnungen sind kein Luxus, sondern ein wichtiger Baustein für eine generationengerechte Stadt“, betont Ohl. „Wer heute klug plant, spart morgen soziale Folgekosten.“

Antrag im Stadtrat Celle

Mehr Klein- und Singlewohnungen für Celle