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Globaler Klimaaktionstag - Demo in Celle

Zum Globalen Klimaaktionstag startet die Celler Klimaplattform am 24.09.2021 um 13 Uhr auf der Stechbahn mit einer Kundgebung. Der anschließende Demo-Zug führt zum Neuen Rathaus. Nach der Schlusskundgebung dort findet ein Klima-Picknick statt. Bitte bringt euch etwas zu Essen und Trinken mit und vergesst auch eure Mund-Nasen-Bedeckung nicht. Das Ende der Veranstaltung ist um 15:30 Uhr geplant.

Mit dem Aktionstag verbunden ist der Aufruf, die Bundestagswahl zur Klimawahl zu machen. Deshalb ist es sinnvoll, sich die Wahlprogramme mal genauer anzuschauen. Das hat das ARD-Wissensmagazin QUARKS gemacht. Ergebnis:

"Von allen Parteien hat Die Linke das ehrgeizigste Ziel für die Klimaneutralität, nämlich bis 2035. Bis 2030 sollen die Emissionen um 80 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Auch sie hat das Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad zu begrenzen. Verglichen mit dem verbleibenden CO2-Budget für 1,5 Grad und den vorgeschlagenen Pfad des Wuppertal-Instituts liegt Die Linke zwar noch knapp darüber. Von allen Parteien überschreitet sie das CO2-Budget für 1,5 Grad aber am wenigsten."

Hier die Zusammenfassung, wie DIE LINKE das Klimaziel erreichen will:

"Für negative Emissionen setzt Die Linke auf Moore und Wälder, die sie schützen möchte. Das ist auch das, was der Umweltrat empfiehlt. Die unterirdische Speicherung von CO2 will Die Linke verbieten.

Energie

Die Linke möchte den Kohleausstieg auf 2030 vorziehen und auch bald aus fossilem Erdgas aussteigen. Das ist auch das Ausstiegsdatum, das der Umweltrat empfiehlt. Bis spätestens 2035 soll der Strom vollständig aus erneuerbaren Energien kommen. Für dieses Ziel gibt Die Linke auch konkrete Ausbauziele vor – wie viel Fotovoltaik und Windkraft jährlich ausgebaut werden sollen. Bisher läuft der Ausbau von erneuerbaren Energien nämlich eher schleppend.

In Zukunft muss dieser Ausbau Studien zufolge deutlich ansteigen, damit die Energieversorgung in Deutschland weiterhin garantiert ist. Um das sicherzustellen, empfehlen Expert:innen konkrete Ausbauziele. Wie viel Energie in Zukunft gebraucht wird, lässt sich nicht abschließend sagen – denn das hängt von vielen Faktoren ab. Bei der Windenergie empfehlen Studien, dass etwa 7,5 bis 10 Gigawatt an Leistung jedes Jahr dazukommen, bei Fotovoltaik jedes Jahr 15 bis 20 Gigawatt Leistung – damit Deutschland rechtzeitig klimaneutral Energie produzieren kann und sich an das Pariser Abkommen hält.

Bis 2025 plant Die Linke, jedes Jahr 9 Gigawatt Windenergie dazuzubauen und 10 Gigawatt an Photovoltaik. Im Vergleich mit den tatsächlich notwendigen Zahlen ist das noch zu gering. Allerdings ist es trotzdem ein deutlicher Sprung nach oben, gemessen am Ausbautempo bisher. Expert:innen halten es für unrealistisch, den Zubau von erneuerbaren Energien innerhalb von einem oder zwei Jahren so deutlich zu steigern, wie es eigentlich nötig wäre. Aber damit Klimaneutralität bis 2035 klappt, wie es Die Linke plant, müssten die erneuerbaren Energien nach 2025 dann noch deutlich stärker ausgebaut werden.

Industrie

Die Linke fordert, dass die nächste Bundesregierung einen verbindlichen Zukunftsplan für die Industrie entwickelt, wie dort Klimaneutralität bis 2035 erreicht werden kann. Dafür soll es auch Investitionsprogramme geben. Außerdem setzt auch Die Linke auf Wasserstoff in den Bereichen, in denen es keine andere Lösung gibt – also gerade bei Stahl, Zement und Chemie. Es soll nur grüner Wasserstoff eingesetzt werden, CO2-Speicherung für blauen Wasserstoff lehnt die Partei ab. Laut Recherchen von Correctiv wäre grüner Wasserstoff für die Industrieprozesse auch ausreichend.

Verkehr

Im Wahlprogramm nennt Die Linke das konkrete Ziel, dass die Mehrheit der Menschen bis 2030 nicht mehr aufs Auto angewiesen sein soll. Dafür will die Partei Bahnfahren und den Nahverkehr attraktiver und günstiger machen, Bahnstrecken ausbauen und Nachtzüge einsetzen. Mehr Geld soll auch in Rad- und Fußwege investiert werden. Die Linke will auf Autobahnen ein Tempolimit von 120 Stundenkilometern, auf Landstraßen 80 und innerorts die Regelgeschwindigkeit 30 Stundenkilometer. Flüge zwischen Orten, die maximal fünf Stunden Zugfahrt oder 500 Kilometer auseinanderliegen, will Die Linke verbieten. Sie will außerdem bis 2030 aus dem fossilen Verbrennungsmotor aussteigen.

Für die Klimaneutralität bis 2035 ist das allerdings zu spät. Expert:innen gehen davon aus, dass ein Auto im Schnitt 15 Jahre auf der Straße bleibt. Würden erst ab 2030 fossile Verbrenner verboten werden, würden sie noch bis etwa 2045 gefahren werden – wenn sie nicht durch Abwrackprämien oder ähnliche Maßnahmen vorzeitig wieder von der Straße geholt werden würden. Diese Maßnahmen sind allerdings teuer und ressourcenverschwendend. Sinnvoller wäre beispielsweise ein früheres Datum für den Verbrennerausstieg, sodass rechtzeitig keine fossilen Brennstoffe mehr im Verkehr eingesetzt werden.

Fazit

Die Linke hat mit der Klimaneutralität 2035 das ehrgeizigste Ziel aller Parteien und würde damit auch zumindest fast das CO2-Budget für 1,5 Grad einhalten. Allerdings reichen die Maßnahmen noch nicht aus, vor allem der Ausstieg aus dem fossilen Verbrennerauto kommt zu spät. Die Linke lehnt zudem das Konzept des Emissionshandels ab und möchte sich nicht darauf verlassen. Expert:innen halten einen CO2-Preis grundsätzlich aber für eine wichtige Maßnahme, um die tatsächlichen Kosten von CO2-Emissionen mit einzuberechnen. Deshalb ist nicht klar, wie Die Linke die hochgesteckten Ziele tatsächlich erreichen will.

Quelle: www.quarks.de/umwelt/klimawandel/planen-die-parteien-genug-fuer-den-klimaschutz/