Zwölf Jahre nach dem Genozid von Şingal: Erinnerung verpflichtet – Abschiebungen in den Irak müssen beendet werden
Behiye Uca, Kreisvorsitzende DIE LINKE Celle und Mitglied des Stadtrates der Stadt Celle
Zwölf Jahre nach dem Genozid von Şingal: Erinnerung verpflichtet – Abschiebungen in den Irak müssen beendet werden
Am 3. August jährt sich der Genozid an den Êzîdinnen und Êzîden in Şingal zum zwölften Mal. Am 3. August 2014 begann die Terrororganisation „Islamischer Staat" (IS) ihren Vernichtungsfeldzug gegen die êzîdische Bevölkerung. Tausende Menschen wurden ermordet, Frauen und Mädchen versklavt, Kinder verschleppt und ganze Dörfer ausgelöscht. Bis heute gelten viele Menschen als vermisst, zahlreiche Überlebende leiden unter den Folgen der unvorstellbaren Verbrechen.
Als Êzidin erfüllt mich dieser Jahrestag mit tiefer Trauer. Die Erinnerung an den Genozid ist für mich nicht nur ein historisches Gedenken, sondern ein Auftrag zum Handeln.
„Deutschland hat den Genozid an den Êzîdinnen und Êzîden anerkannt. Daraus erwächst eine besondere Verantwortung. Wer der Opfer gedenkt, darf nicht gleichzeitig Menschen in den Irak abschieben. Solange viele Betroffene noch immer nicht sicher nach Şingal zurückkehren können und die Region weiterhin mit den Folgen von Krieg, Vertreibung und instabilen Sicherheitsverhältnissen zu kämpfen hat, sind Abschiebungen das falsche Signal", erklärt Behiye Uca.
DIE LINKE fordert ein Ende der Abschiebungen in den Irak, einen dauerhaften Schutz für besonders gefährdete Minderheiten sowie eine stärkere Unterstützung des Wiederaufbaus in Şingal. Gleichzeitig müssen die Verbrechen des IS weiter aufgearbeitet und die Verantwortlichen konsequent strafrechtlich verfolgt werden.
„'Nie wieder' darf keine leere Floskel sein. Es muss bedeuten, Menschen vor Verfolgung zu schützen, Minderheiten zu verteidigen und aus der Geschichte die richtigen Konsequenzen zu ziehen. Menschlichkeit und Solidarität dürfen nicht an den Grenzen enden."
Zwölf Jahre nach dem Genozid gedenken wir der Opfer und stehen an der Seite der Überlebenden. Ihr Leid verpflichtet uns, für Gerechtigkeit, Frieden und den Schutz aller verfolgten Menschen einzutreten.
